Kanada: quer durch die Rockies

Die kanadischen Rockies waren ein lange gehegter Traum – schon mein Vater wollte mit uns dorthin. Das hat er leider nicht mehr erleben können und so ist er im Sommer 2018 nur in Gedanken mitgefahren.

Rund 3.000 km sind wir im Camper von Calgary über den Icefield Parkway, über Kamloops und Whistler bis nach Vancouver Island gefahren, mit einem schönen Abschluss in Vancouver.

Leider war das Wetter nur in der ersten Woche schön, danach hat Rauch aus Waldbränden die Sicht getrübt. Rund 13.000 qm standen in British Columbia in Flammen – das Fünffache der Fläche des Saarlandes.


Teil 1: von Calgary nach Whistler

Die Höhepunkte ließen nicht lange auf sich warten: von Calgary ist man in rund zwei Stunden in Banff und damit schon mitten in der großartigen Welt der Rocky Mountains. Die breiten waldreichen Täler des Bow und Athabasca River prägen die Landschaft. Das Fehlen von Siedlungen und Landwirtschaft lassen die Berge anders aussehen als in den Alpen. Atemberaubend.

Sichtbar wurde aber auch der Raubbau, den wir an der Natur treiben: was so idyllisch nach zarten Herbsttönen in den Kiefern aussah, waren in Wirklichkeit tote Bäume. Rund 30% der Kiefern sind betroffen – so viel, dass die Forstwirtschaft nicht mehr mit dem Schlagen hinterher kommt. Ideale Bedingungen für Waldbrände.

Der Athabasca-Gletscher, aus dem sich große Teile der Flußsysteme in Kanada und dem Nordwesten der USA speisen, ist auf dem Rückzug. Wenn wir wiederkommen, wird wieder ein sehr großes Stück davon fehlen.


Alberta ist Cowboy Country. Wir hatten zufällig die Möglichkeit, diese ur-amerikanische und ur-kanadische Tradition beim Jasper Heritage Rodeo zu sehen. Ich war begeistert.


Nach den Highlights der Rockies war Kamloops eine Enttäuschung. Sicher hat auch das Wetter zu diesem Gefühl beigetragen, aber es war eine andere Seite von British Columbia. Interessant war es dennoch: starke Regenfälle hatten zur Sperrung des Highway 1 von Kamloops nach Liloot geführt, so daß wir einen Umweg über Spences Bridge und Lytton machen mussten.

Für’s verrauchte Wetter wurden wir in Whistler zumindest etwas entschädigt durch das Crankworx-Festival, eines der größten Mountainbike-Festivals der Welt. Wir haben uns aber auf’s Zuschauen beschränkt.

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Teil 2: Vancouver und Vancouver Island

Auf Vancouver Island empfängt uns eine komplett andere Landschaft. Der Rauch verzieht sich zumindest zeitweise, vermiest aber immer noch die (so sagt man) grandiose Aussicht auf der Fährpassage.
Kalte Regenwälder im Pacific Rim National Park, Whale Watching vor Tofino und eine alte Sägemühle beeindrucken.

Vancouver ist eine der schönsten Städte in Nordamerika. Kosmopolitisches Großstadtflair in toller Natur. Kein Wunder, dass hier bei den Northshore Trails einer der Geburtsorte des Mountainbikings liegt. Auch wenn mein heimlicher Wunsch, ein Rocky Mountain Bike mitzunehmen, nicht in Erfüllung ging – war es eine schöne Erfahrung in dieser Stadt. Wir kommen sicher wieder!

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